Rufumleitung in der Fritzbox einrichten
In der Fritzbox richten Sie Rufumleitungen in der Benutzeroberfläche unter den Telefonie-Einstellungen ein — als Regel, die Sie je Rufnummer und Umleitungsart anlegen. Der große Vorteil gegenüber dem Tastencode: Sie können mehrere Nummern unterschiedlich behandeln und Regeln gezielt an- und abschalten. Diese Anleitung zeigt die Schritte und die Grenzen des Router-Wegs.
Wann die Fritzbox der richtige Ort für die Umleitung ist
Die Fritzbox ist in vielen kleinen Büros ohnehin die Telefonzentrale: An ihr hängen die Festnetznummern, oft mehrere. Genau dann spielt sie ihre Stärke aus — Regeln je Rufnummer. Die Büronummer leiten Sie verzögert auf den Assistenten um, die private Nummer gar nicht, die Fax-Nummer bleibt unangetastet. Mit einem GSM-Code am Handy geht das nicht; im Kundenportal mancher Anbieter lässt sich zwar ebenfalls je Rufnummer umleiten, die Fritzbox kann zusätzlich Zeitpläne und Sonderfälle. Einen Überblick über alle vier Anbindungswege gibt „Rufumleitung einrichten: die vier Wege und ihre Fallstricke".
Schritt für Schritt: Umleitung anlegen
Die Menübezeichnungen lauten so laut FRITZ!-Wissensdatenbank (aktuelles FRITZ!OS, Stand 02.11.2026). In älteren FRITZ!OS-Versionen können Bezeichnungen leicht abweichen:
- Benutzeroberfläche öffnen: Im Browser
fritz.boxaufrufen und mit dem Gerätepasswort anmelden. - Zur Rufumleitung wechseln: „Telefonie" → „Rufbehandlung" → Registerkarte „Rufumleitung".
- Neue Umleitung anlegen: auf „Neue Rufumleitung" klicken, unter „Anrufe die umgeleitet werden" die Option „Anrufe an" aktivieren und die Rufnummer wählen, für die die Regel gelten soll.
- Umleitungsart festlegen: In der Liste „Art der Umleitung" stehen unter anderem „Sofort", „Verzögert", „bei Besetzt" und „Parallelruf". Für den Mailbox-Ersatz ist „Verzögert" der Standardfall — Sie können zuerst rangehen.
- Zielnummer eintragen: die Option „an Zielrufnummer" wählen, die Nummer eintragen — zum Beispiel die Ihres KI-Telefonassistenten — und mit „Übernehmen" speichern.
- Testen: Von einem Handy aus die umgeleitete Nummer anrufen und klingeln lassen. Landet der Anruf am Ziel, sitzt die Regel.
Zeitsteuerung: Umleitung nur außerhalb der Bürozeiten
Über die Telefonie-Funktionen der Fritzbox lassen sich Anrufregeln auch zeitlich steuern — etwa so, dass Anrufe abends und am Wochenende anders behandelt werden als zur Bürozeit. Dafür aktivieren Sie unter „Telefonie" → „Rufbehandlung" → „Rufumleitung" die Option „Rufumleitung zeitgesteuert an- und ausschalten", markieren in der Wochenübersicht die Zeiten, in denen umgeleitet werden soll, haken die Rufumleitungen an, für die der Plan gelten soll, und speichern mit „Übernehmen". Der Plan greift erstmals zum nächsten Schaltzeitpunkt. Für den Mailbox-Ersatz ist das oft gar nicht nötig: Eine verzögerte Umleitung stört tagsüber nicht — sie greift ja nur, wenn niemand rangeht.
Die Grenze: Die Regel lebt nur, solange die Box läuft
Das ist der ehrliche Unterschied zur netzseitigen Umleitung: Eine Fritzbox-Regel wird von Ihrem Gerät ausgeführt. Fällt der Strom aus, hakt das Internet oder startet die Box gerade neu, greift auch die Umleitung nicht — Anrufe laufen dann ins Leere. Eine Ausnahme nennt die FRITZ!-Wissensdatenbank: Steht „Eigene Rufnummer zur Umleitung“ auf „Automatisch“, versucht die Box, die Umleitungsarten Sofort, Verzögert und bei Besetzt beim Anbieter in der Vermittlungsstelle einzurichten — dann sollten sie auch bei ausgeschalteter Box greifen. Ob das geklappt hat, zeigt die Box allerdings nicht an; verlassen Sie sich also nicht darauf. Eine netzseitig beim Anbieter hinterlegte Umleitung greift dagegen unabhängig von Ihrer Hardware. Faustregel: Differenzierte Regeln → Fritzbox. Maximale Ausfallsicherheit → netzseitig beim Anbieter. Wer beides kombiniert, sollte genau dokumentieren, welche Regel wo liegt.
Weitere Fallstricke
- Kosten: Das umgeleitete Gesprächsbein zahlt der Anschlussinhaber, je nach Tarif und Zielrufnummer — so formuliert es etwa 1&1 für seine Festnetzanschlüsse (Stand 02.11.2026). Ob Ihre Flatrate es abdeckt, steht in Tarif und Preisliste Ihres Anbieters — einmal prüfen.
- Rufnummernanzeige: Führt die Box die Umleitung selbst aus, baut sie einen zweiten Anruf zum Ziel auf. Ob dort die Nummer des Anrufers oder Ihre eigene ankommt, hängt davon ab, ob Ihr Anbieter das Weiterreichen der Anrufernummer erlaubt — mehr dazu in „Warum die KI manchmal die falsche Nummer sieht (das CLIP-Problem)". Machen Sie den Testanruf und prüfen Sie, welche Nummer ankommt. Dass ein Assistent eine diktierte Rückrufnummer zurückliest, schützt vor Hörfehlern — nicht vor einer falsch übermittelten Nummer.
- Alte Regeln: Vergessene Umleitungen aus früheren Experimenten sind ein Klassiker. Vor dem Einrichten einmal die bestehende Liste durchsehen.
Was das für Ihren KI-Assistenten bedeutet
Ob per Fritzbox-Regel oder netzseitig: Mehr als eine Umleitung braucht es nicht. Bei scoco.ai behalten Sie Ihre Nummer, an der übrigen Telefonie ändert sich nichts, die Grundeinrichtung dauert etwa 10 Minuten. Wann sich eine Regel in der Anlage lohnt und wann nicht, klärt „Muss ich meine Telefonanlage umbauen? Nein — und wann doch".
Häufige Fragen
Kann die Fritzbox verzögert umleiten, damit ich zuerst rangehen kann?
Ja — beim Anlegen der Regel wählen Sie die Umleitungsart, darunter die verzögerte Umleitung bei Nichtannahme. Das ist der übliche Weg, um die Mailbox zu ersetzen.
Kann ich verschiedene Rufnummern unterschiedlich umleiten?
Ja. In der Fritzbox gilt jede Regel für eine bestimmte Rufnummer; Büro-, Privat- und Faxnummer lassen sich getrennt behandeln, auf Wunsch mit Zeitplan. Je Rufnummer umleiten lässt sich auch im Kundenportal mancher Anbieter, mit einem GSM-Code am Handy nicht.
Was passiert mit der Umleitung, wenn die Fritzbox aus ist?
Führt die Box die Umleitung selbst aus, greift sie dann nicht — Anrufe laufen ins Leere. Steht „Eigene Rufnummer zur Umleitung“ auf „Automatisch“, versucht die Box, die Umleitung beim Anbieter einzurichten; ob das geklappt hat, zeigt sie nicht an. Wer maximale Ausfallsicherheit braucht, richtet die Umleitung netzseitig beim Anbieter ein.
Kostet die Umleitung über die Fritzbox etwas?
Die Funktion selbst nicht; das umgeleitete Gesprächsbein wird aber je nach Tarif und Zielrufnummer berechnet. Ob eine Flatrate es abdeckt, steht in Tarif und Preisliste Ihres Anbieters — einmal prüfen.
Stand & Quellen
Stand: 02.11.2026.
- FRITZ!-Wissensdatenbank, Wissensdokument #51 "Rufumleitung in FRITZ!Box einrichten" (bezieht sich auf das aktuelle FRITZ!OS; gleichlautend für FRITZ!Box 7590 und 7690): Telefonie → Rufbehandlung → Rufumleitung → Neue Rufumleitung; Art der Umleitung; Zeitsteuerung "Rufumleitung zeitgesteuert an- und ausschalten"
- 1&1 Hilfe-Center: Rufumleitung für Festnetznummer einrichten oder entfernen — "Je nach Tarif und Zielrufnummer können Gesprächskosten entstehen"
- Anbieter-Menüs ändern sich — im Zweifel Hilfeseite des Anbieters (AVM) prüfen
- Produktangaben zu scoco.ai: Stand 01.11.2026